Wo ist dein Office?

Homeoffice & Remote Work


Artur Fischer - Head of People & Culture 

New Normal!

Anfang des Jahres musste ich immer wieder in den sozialen Netzwerken und Medien feststellen, dass das Thema “Homeoffice” zu heißen Diskussionen führte. Dabei standen die verschiedensten Fragen im Raum: Wie geht es in den diversen Branchen nach der Homeoffice-Pflicht weiter? Bleibt das Homeoffice-Angebot weiterhin bestehen oder wird wieder mehr Präsenzzeit gefordert? Liegt die Zukunft gar in hybriden Modellen? 
 
Die Pandemie hat zweifelsohne durch Kontaktbeschränkungen und die einhergehende Homeoffice-Pflicht einige Unternehmen vor große, nie da gewesene Herausforderungen gestellt.
Viele Unternehmen mussten sich plötzlich verstärkt oder sogar zum ersten Mal mit den Themen Digitalisierung, technische Infrastruktur, Kommunikation und Führung auf Distanz auseinandersetzen und ihren Beschäftigten ein neues Maß an Vertrauen entgegenbringen. Mittlerweile gehört das Thema Homeoffice in die Rubrik “New Normal”.
Eine Umfrage des Fraunhofer Instituts hat gezeigt, dass in 70 % der Unternehmen die Mitarbeiter*innen bereits komplett oder zum größten Teil im Homeoffice arbeiten. Vor der Homeoffice-Pflicht lag der Prozentanteil bei 17 %. Laut den befragten Entscheidern werden Remote Work und Homeoffice auch in Zukunft fester Bestandteil unserer Arbeitswelt bleiben. 
Wie geht die Raumschmiede mit Homeoffice und Remote Work um – heute und in Zukunft? Darauf möchte ich in folgendem Beitrag näher eingehen. 

Rückblende: Die Einführung der Homeoffice-Pflicht

Von einem Tag auf den anderen zogen fast alle Kolleg*innen ins Homeoffice. Dies hat auf Anhieb sehr gut funktioniert, da wir in der Vergangenheit bereits eine gelungene Infrastruktur aufgebaut hatten und unsere Kolleg*innen aus dem Bereich der IT sich äußerst ins Zeug legten, damit das Business reibungslos weiterlaufen konnte.
Als standortübergreifendes und internationales Unternehmen haben wir bereits vor ein paar Jahren den Fokus auf unsere Kommunikation und Kollaboration gesetzt. Uns war es stets wichtig, dass wir uns – unabhängig von den verschiedenen Standorten – als ein Team verstehen und mit Microsoft 365 eine Plattform implementiert haben, über die das gemeinsame Arbeiten möglich wurde. 
Zudem war in unserer Kultur bereits im Vorfeld der wichtigste Pfeiler für die Arbeit im Homeoffice gesetzt: Vertrauen!

Trotz der bereits angebotenen Flexibilität und dem entgegengebrachten Vertrauen arbeiteten die meisten Kolleg*innen vor der Pandemie dennoch in ihrem festen Office am jeweiligen Standort.

Was passiert in der Raumschmiede?


Artur Fischer - Head of People & Culture 

Annika Dollinger - Werkstudentin

Unsere Werkstudentin Annika hat mir rund um die Themen Remote Work, Homeoffice und dem aktuell im Trend liegenden Begriff "Workation" einige Fragen gestellt:

Wie geht es in der Raumschmiede weiter?

Auch wenn wir in der Raumschmiede vorher schon sehr flexibel in den Bereichen Homeoffice und Remote Work agierten, füllen sich nun so langsam wieder die Büros an den Standorten. Ein Teil der Kolleg*innen freut sich darüber, wieder ihre Teams persönlich antreffen zu können. Andere konnten sich es erst überhaupt nicht vorstellen, im Homeoffice zu arbeiten und wollten später auf einmal gar nicht mehr ins Office zurückkehren. Dann gibt es noch Menschen wie mich, die ein hybrides Modell bevorzugen.
Uns hat die Zeit der Pandemie gezeigt, dass diese Arbeitsmodelle auch bei einem sehr starken Wachstum funktionieren können. 

Wir haben es geschafft, effizient zu arbeiten und auch dafür zu sorgen, dass entsprechend neues Personal eingestellt und gut eingearbeitet wurde. Alle Interviews, Kennenlerntage und die meisten Onboarding-Days liefen über alle Standorte hinweg, komplett remote und dies vor allem in einer Phase, in der wir auch personell extrem stark gewachsen sind. Anfang des Jahres sind wir mit 250 Kolleg*innen gestartet und haben nun, bereits zum Halbjahr, die Marke von 300 überschritten.
Auch auf dem Arbeitsmarkt ist diesbezüglich ein starker Trend zu erkennen. Es wird nun vermehrt die Frage nach Remote Work und Homeoffice gestellt. Die mit dem Thema einhergehende Flexibilität und Annehmlichkeit wird für die Menschen immer wichtiger. Deshalb machen wir dort weiter, wo wir aufgehört haben.

Trotz entfallener Verpflichtung durch den Gesetzgeber bleibt das Angebot für Homeoffice erhalten.

Martin Wenger (Geschäftsleitung) am 01.07.2021


Wenn es der Job zulässt und die Mitarbeiter*innen effizient remote oder im Homeoffice arbeiten können, sollten sie selbst entscheiden, wo sich ihr Office befindet. Laut einer Studie der TU Darmstadt, sei vor allem die Wohnsituation entscheidend, ob Mitarbeiter*innen erfolgreich arbeiten können oder nicht.
Daher starteten wir im Juli dieses Jahres eine Umfrage, um zu evaluieren, wie sich die Arbeitsorte in der Raumschmiede in der jüngsten Vergangenheit entwickelt hatten und wohl noch entwickeln werden.


Ergebnisse unserer Homeoffice-Umfrage
Teilnehmerzahl: 61

Arbeitssituation

Wo hast du vor der Pandemie gearbeitet, wie ist es aktuell & wo würdest du in Zukunft gerne arbeiten?

Der Trend geht klar weg vom Arbeiten vor Ort hin zu flexibleren Modellen. Die Mehrheit strebt für die Zukunft einen ausgewogenen Wechsel zwischen der Arbeit vor Ort und dem Homeoffice an. Im Vergleich dazu ist der Anteil derer, die ausschließlich im Büro arbeiten wollen, eher gering.

Ausstattung

Wie zufrieden bist du mit deiner Homeoffice-Ausstattung?



Da hat unsere IT allen Grund zur Freude: Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4.48 ist das eine überragende Bestätigung für ihre Bemühungen, die Kolleg*innen bestmöglich für das Homeoffice auszustatten.

Positives

Was hat im Homeoffice bisher gut funktioniert?

Die Mehrheit gab an, dass bisher alles gut funktioniert habe. Oft genannt wurde auch die Kommunikation im Team oder die Konzentration, die man dank der Ruhe im Eigenheim gewonnen habe. Auf technischer Ebene nannten einige Teilnehmer die VPN-Verbindung und Microsoft Teams. Aber auch das entgegengebrachte Vertrauen hoben einige hervor.

Wünsche

Was muss passieren, damit deine Arbeit im Homeoffice besser wird?

Neben den positiven Aspekten gab es auch Probleme, die angegeben wurden. Hier sind wir gefragt, an den Stellen, wo es möglich ist, für Verbesserungen zu sorgen. Bei dem mehrmals genannten Platzmangel wird das schwierig -  aber wenn es um soziale Kontakte, das Equipment oder übersichtlichere Teams-Kanäle geht, können wir im Unternehmen durchaus nachbessern.

Soziale Kontakte

Fehlen dir die persönlichen sozialen Kontakte zu deinen Kolleg*innen?


Soziale Kontakte können unter rein digitalem Austausch in Mitleidenschaft gezogen werden. Das spiegelt sich auch in diesem Ergebnis wieder: 72% gaben an, den sozialen Kontakt zu den Kolleg*innen ein bisschen oder sogar sehr zu vermissen. 

Du hast erzählt, dass du ein hybrides Modell bevorzugst. Vor ein paar Wochen warst du im Urlaub und hast noch ein paar Tage durch Workation verlängert. Wie war das für dich, im Urlaub zu arbeiten bzw. auf der Arbeit im Urlaub zu sein? 

Während der Pfingstferien habe ich mir 5 Tage Urlaub genommen. Drei Tage hätten noch gefehlt, dann wären es zwei volle Wochen gewesen. Ich musste mich dann entscheiden, ob ich früher ins nasskalte Deutschland zurückkomme oder ob ich einfach in Italien bleibe, um weiterhin das gute Wetter und die schöne Umgebung genießen zu können. Da war mir schnell klar, dass ich lieber Notebook, Peripherie und Bildschirm einpacke und in Italien arbeiten werde.

Für mich war es auf jeden Fall ein gutes Gefühl. Ich war durch die entspannte Umgebung weniger gestresst und hatte natürlich im Hinterkopf, dass ich in der Mittagspause oder nach Feierabend noch ans Meer und in die Stadt kann. Ich empfand es als besonders schön, dass ich während meines ersten Workation-Tages auch den Onboarding-Day unserer neuen Kolleg*innen von Italien aus führen konnte.


Remote Onboarding Day der Standorte Genderkingen, Heubach & Kiew vom 01.06.2021

Gibt es Dinge, die man bezüglich Workation beachten sollte?

An sich gilt das Gleiche wie im Homeoffice oder beim Remote Work. Du brauchst deine Arbeitsgeräte, eine Umgebung, in der du konzentriert und fokussiert arbeiten kannst, eine schnelle Internetleitung und ordentliche Möbel. Es macht auf jeden Fall auch Sinn, sich für den Zeitraum die passende Arbeit einzuteilen. Ich habe mich dazu entschieden, sehr viele Video-Interviews in diese Zeit zu packen und Aufgaben anzugehen, die ich alleine und in Ruhe abarbeiten kann. Emotionale Themen, wie etwa Konfliktgespräche, würde ich auf jeden Fall weiterhin persönlich und Face-To-Face führen wollen.
Für die Mitreisenden muss auf jeden Fall auch klar sein, dass man in der Fokuszeit keine Ressourcen für andere Dinge hat. Die tägliche Arbeitsroutine muss beibehalten werden.
Auch müssen Themen wie Steckdosenanschlüsse und unterschiedliche Zeitzonen berücksichtigt werden. Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich vorher über ein Coworking Space in der Umgebung informieren. Die großen Reiseanbieter haben sich mittlerweile aber auch auf Workation spezialisiert. Hier findest du passende Angebote, damit du stressfrei arbeiten kannst. Ansonsten muss man etwas improvisieren und sich aus dem Esstisch und einem normalen Stuhl ein provisorisches Office bauen. 

Ist es also eine Win-Win-Situation für Mitarbeiter*innen UND das Unternehmen?
 
Ich bin davon überzeugt, dass ein hybrides Modell zukünftig ein fester Bestandteil in vielen Unternehmen sein wird. Durch die Verlagerung der Arbeit auf digitale Tools und unterschiedliche Orte entsteht eine größere Flexibilität, welche die Türen für neue Möglichkeiten öffnet und die Mitarbeiterzufriedenheit erheblich steigern kann.
Infolgedessen bewegt man sich nicht mehr in kleinen Kreisen, sondern in völlig neuen Dimensionen. Auch das Recruiting kann stark ausgeweitet werden. Der Standort ist keine starre Konstante mehr.
Unternehmen, die hier mitgehen, werden auch im War for Talents zukünftig einen wesentlichen Vorteil haben.

Mit der Flexibilität in Bezug auf das hybride Arbeitsmodell entstehen aber auch neue Herausforderungen. Daher sollten wir uns alle selbst reflektieren und den perfekten Mix für uns selbst finden.
Bei optimalen Bedingungen kann es durchaus Sinn ergeben, Konzentrationsarbeit auf das Homeoffice zu verschieben Kollaboration und Kommunikation kann auch remote erfolgen, in manchen Situationen und Zeitabständen ist das persönliche Treffen aber unabdingbar. 
Einen Menschen wird man meiner Meinung nach erst richtig verstehen und kennenlernen, wenn man sich gegenseitig auch Face-To-Face erlebt hat. Denn die gemeinsame Arbeit ist das, was eine Organisation ausmacht.  Aus diesen Gründen werden wir uns in Zukunft Gedanken machen, wie wir unsere Büroräume bestmöglich an die aktuellen Gegebenheiten anpassen und entsprechende Modelle bereitstellen.

In Bezug auf die Work-Life-Balance kann ich mir auch vorstellen, dass das Thema Workation weiterhin noch viel mehr in den Vordergrund rückt. Warum nicht einfach eine Unterkunft mieten, um mit dem Team an einem anderen Ort zu arbeiten, gemeinsam Erfolge feiern und anschließend dort seinen Urlaub zu verlängern? Dazu fällt mir zum Abschluss folgendes Zitat ein:

 

Lebe nicht, um zu arbeiten, arbeite, um zu leben!


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Doppeltes Ticketaufkommen bei gleicher Teamstärke
Eine gemeinsame Case Study von Freshworks & der Raumschmiede